Website-Briefing: Checkliste, Vorlage und ausgefülltes Beispiel

Ein Website-Briefing beschreibt, was Ihre neue Website leisten soll, wer die Inhalte liefert und woran Sie die fertige Umsetzung prüfen. Es schafft eine gemeinsame Grundlage für Angebot und Projektplanung. Offene Fragen dürfen darin stehen, solange eine Person für die Klärung zuständig ist.
Die kostenlose Website-Briefing-Vorlage als Textdatei enthält die Fragen dieses Leitfadens und sechs Abnahmetests. Speichern Sie die Datei, füllen Sie sie in Ihrem Texteditor aus und passen Sie die Beispiele an Ihr Vorhaben an.
1. Eine konkrete Nutzeraufgabe festhalten
Beginnen Sie mit dem Menschen, der die Website besucht. Was muss diese Person verstehen oder erledigen können? Beschreiben Sie danach das gewünschte Ergebnis für Ihr Unternehmen. Ein Designwunsch wie „moderner wirken“ reicht dafür noch nicht aus.
Ein fiktives Beispiel: Ein kleines Beratungsbüro in Nürnberg möchte, dass Interessenten die passende Leistung finden und eine Projektanfrage senden. Im Briefing steht deshalb, welche Informationen die Leistungsseiten erklären und welche Angaben für eine erste Einschätzung benötigt werden.
Wenn Sie eine Kennzahl als Ziel nennen, halten Sie auch Ausgangswert, Zeitraum und Messmethode fest. Fehlt eine belastbare Ausgangsmessung, kennzeichnen Sie sie als offene Aufgabe. Ein Wunschwert ist noch kein zugesagtes Projektergebnis.
2. Seiten, Funktionen und spätere Wünsche trennen
Für ein Webdesign-Projekt helfen eine vorläufige Seitenliste und eine Beschreibung der wichtigen Abläufe. Nennen Sie für jede Seite ihre Aufgabe. Beschreiben Sie Funktionen so, dass ihr Ergebnis geprüft werden kann.
| Bereich | Im ersten Projekt enthalten | Noch zu entscheiden oder später |
|---|---|---|
| Seiten | Startseite, zwei Leistungsseiten, Team und Kontakt | Weitere Fachthemen erst bei vorhandenen Inhalten |
| Anfrageweg | Projektanfrage mit verständlicher Bestätigung | Welche Angaben für die erste Einschätzung erforderlich sind |
| Inhalte | Das Büro liefert Leistungswissen und freigegebene Teamfotos | Wer die Entwürfe redigiert und bis wann sie freigegeben werden |
| Terminbuchung | Zunächst Kontaktaufnahme über den vereinbarten Anfrageweg | Eine direkte Buchungsfunktion gehört in eine spätere Entscheidung |
| Betrieb | Zuständigkeit für Domain, Hosting und Inhaltsänderungen klären | Betreuungsumfang im Angebot gesondert vereinbaren |
Dieses Beispiel ist eine Planungshilfe und keine Kundenreferenz oder ein festes Ragdom-Paket. Entscheidend ist die Trennung zwischen vereinbarten Anforderungen und zusätzlichen Ideen. So kann ein Anbieter den Umfang nachvollziehbar beschreiben.
Die Kostenfaktoren einer Unternehmenswebsite erklären, weshalb Inhalte, Schnittstellen und Betreuung im Angebot getrennt betrachtet werden sollten. Einen Budgetrahmen können Sie im Briefing nennen; die Vergütung ergibt sich aus dem abgestimmten Angebot.
3. Eine Funktion mit Ergebnis und Fehlerfall beschreiben
„Kontaktformular“ lässt wichtige Fragen offen: Welche Angaben sind erforderlich? Wo landet die Anfrage? Wie erkennt der Besucher die erfolgreiche Übermittlung? Was sieht er bei einer ungültigen Eingabe? Schreiben Sie für jede zentrale Funktion einen normalen Ablauf und einen Fehlerfall auf.
| Feld | Beispiel für die Projektplanung |
|---|---|
| Nutzeraufgabe | Eine Projektanfrage senden |
| Ergebnis | Der Besucher erhält eine erkennbare Bestätigung; die Anfrage erreicht den zuständigen Empfänger |
| Fehlerfall | Bei ungültiger Eingabe erscheint ein verständlicher Hinweis; ausgefüllte Angaben bleiben erhalten |
| Verantwortung | Eine benannte Person prüft die erforderlichen Angaben und den Empfang |
| Status | Offen: erforderliche Felder festlegen |
| Nächster Schritt | Felder und Testempfänger vor der Umsetzung freigeben |
Notieren Sie außerdem externe Abhängigkeiten wie Buchungsanbieter, CRM oder E-Mail-Zustellung. Geben Sie im Briefing die zuständige Person an. Zugangsdaten gehören in einen gesondert vereinbarten sicheren Übergabeweg.
4. Inhalte und Freigaben mit Verantwortlichen versehen
Für jede Seite sollten Sie festhalten, welche Texte, Bilder und fachlichen Angaben bereits vorliegen. Benennen Sie die Person, die sie liefert, und die Person, die die Veröffentlichung freigibt. Prüfen Sie bei Bildmaterial, ob die vorgesehene Verwendung geklärt ist.
- Texte: Welche Person kann Leistungen, Ablauf und Bedingungen fachlich bestätigen?
- Bilder: Welche Motive werden gebraucht und wer liefert die freigegebenen Dateien?
- Sprachen: Welche Versionen werden tatsächlich benötigt und wer prüft die Übersetzung?
- Entscheidungen: Wer bündelt Rückmeldungen und gibt eine verbindliche Antwort für das Projekt?
Verwenden Sie für offene Punkte eine einfache Liste mit Frage, Zuständigkeit, nächstem Schritt und Termin. Eine noch ungeklärte Schnittstelle sollte im Angebot als Annahme oder offene Position erkennbar sein.
5. Bestehende Website und Bedienbarkeit früh einplanen
Bei einem Relaunch gehört die Bestandsaufnahme bereits ins Briefing: Welche Inhalte, öffentlichen Adressen und Downloads müssen geprüft werden? Unsere SEO-Checkliste für den Website-Relaunch hilft bei der Vorbereitung. Googles Migrationsdokumentation beschreibt, wie alte und neue URLs bei Änderungen aufeinander abgestimmt werden.
Beschreiben Sie Anforderungen an die Bedienung mit Tastatur, verständliche Rückmeldungen und die berücksichtigten Nutzergruppen. Die Planungshilfen der W3C Web Accessibility Initiative empfehlen, Barrierefreiheit über den Projektverlauf zu organisieren. Die folgende Checkliste ersetzt keine vollständige Prüfung der Barrierefreiheit.
Auch die Navigation braucht ein klares Ziel: wichtige Inhalte und der Anfrageweg müssen erreichbar sein. Google empfiehlt crawlbare Links und aussagekräftige Ankertexte. Im Briefing können Sie festhalten, welche Leistungsseiten und Ressourcen besonders wichtig sind.
6. Sechs konkrete Tests für die Abnahme vorbereiten
Legen Sie vor der Umsetzung fest, wie die wichtigsten Aufgaben geprüft werden. Passen Sie die folgende Arbeitsliste an die vereinbarten Funktionen und Geräte an. Halten Sie zu jedem Test eine zuständige Person, Datum, Ergebnis und einen Nachweis fest.
| Test | Erwartetes Ergebnis | Möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| Anfrage auf einem vereinbarten Mobilgerät senden | Bestätigung sichtbar; Eingang beim zuständigen Empfänger geprüft | Testzeitpunkt und dokumentierter Eingang |
| Pflichtangabe auslassen oder ungültige Eingabe verwenden | Verständlicher Hinweis; bereits ausgefüllte Angaben bleiben erhalten | Schritte und Ergebnis notiert |
| Navigation und Formular mit Tastatur bedienen | Vereinbarte Aufgabe erreichbar; Fokus sichtbar; keine Sackgasse | Testprotokoll mit getesteten Schritten |
| Wichtige alte Adressen und Downloads prüfen | Erwarteter Inhalt oder geplante Weiterleitung erreichbar | URL-Liste mit beobachtetem Ergebnis |
| Eine zuständige Person bearbeitet einen Inhalt | Änderung im vereinbarten System mit passenden Rechten möglich | Gemeinsam durchgeführte Probeänderung |
| Übergabe und vereinbarte Messung prüfen | Zugriffsverantwortung geklärt; Erfolg einer Testanfrage nachvollziehbar | Übergabeliste und dokumentierter Test |
Diese sechs Tests decken typische Projektaufgaben ab. Zusätzliche Funktionen wie Zahlung, Login oder mehrsprachige Buchung benötigen eigene Testfälle. Ein vollständiger Prüfungsumfang wird passend zum Vorhaben vereinbart.
Mit der Vorlage ins Erstgespräch gehen
Laden Sie die Briefing-Vorlage herunter und beantworten Sie zuerst die Fragen, die Sie bereits klären können. Markieren Sie den Rest als offen. Bringen Sie Ziele, vorhandene Inhalte und die Liste offener Entscheidungen zum Gespräch mit.
Häufige Fragen
Wie ausführlich muss ein Website-Briefing sein?
So ausführlich, dass Ziele, zentrale Nutzeraufgaben, Seiten, Funktionen und Zuständigkeiten verständlich sind. Offene Fragen können enthalten sein, sollten aber eine verantwortliche Person und einen nächsten Schritt haben.
Ist die Vorlage kostenlos?
Ja. Die Textvorlage kann direkt heruntergeladen und für die eigene Projektplanung angepasst werden. Sie enthält eine Struktur zum Ausfüllen und sechs beispielhafte Abnahmetests.
Ersetzt das Briefing ein Angebot oder einen Vertrag?
Die Vorlage dient der Vorbereitung. Leistungen, Vergütung, Termine und Bedingungen werden vor der Beauftragung im konkreten Angebot beziehungsweise in der Vereinbarung abgestimmt.
Was sollte ich für einen Relaunch ergänzen?
Die bestehende öffentliche Website, wichtige Inhalte und Downloads, zu prüfende URLs sowie die Zuständigkeit für Migration und bestehende Dienste. Passwörter gehören nicht in das Briefing.
